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Ein Licht anzünden - die Lernstube in Kriftel

Bildungsarmut. Schulischer Bildungserfolg hängt in Deutschland besonders stark von der sozialen Herkunft der Schülerinnen und Schüler ab. Zu viele Kinder erreichen noch nicht einmal einen Hauptschulabschluss. Viele dieser Kinder haben einen Migrationshintergrund. Das kann man seit Jahren in schöner Regelmäßigkeit in der Zeitung lesen. Haare raufen? Verzweifeln? Oder etwas dagegen tun?

In der Lernstube Kriftel können Kinder aus Kriftel und Umgebung Hausaufgaben- und Lernhilfe erhalten. Alle Kinder mit Migrationshintergrund ab dem Grundschulalter können kommen. Die Hausaufgabenhilfe findet während der Schulzeit an jedem Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 14 bis 16 Uhr in den Räumen der Weingartenschule statt.

Die Kinder kommen aus syrischen, afghanischen, italienischen und türkischen Familien. Alle sprechen fließend Deutsch, aber die Eltern mancher Kinder haben selbst keine Schule besucht. Sie können ihre Kinder zu Hause kaum bei den Hausaufgaben unterstützen. Manche Familien wohnen auch sehr beengt, die Kinder haben keinen eigenen Platz, um die Schularbeiten in Ruhe zu erledigen. Wir malen Buchstaben und Zahlen mit den Erstklässlern, den Älteren erklären wir Matheaufgaben und lesen kurze Geschichten mit ihnen.

Das Projekt "Lernstube" wurde 1967 vom damaligen evangelischen Pfarrer Müller aus Kriftel initiiert. Es entwickelte sich eine Zusammenarbeit der katholischen und evangelischen Kirchengemeinden in Kriftel. Die Gemeinde Kriftel unterstützt dabei organisatorisch und finanziell. Träger ist die Jugendhilfe und Jugendberatung e.V./Familienzentrum Kriftel, die wiederum Fördergelder von der Diakonie Hessen erhält. Dadurch ist es möglich, den Ehrenamtlichen eine kleine Aufwandsentschädigung zukommen zu lassen.

Unterstützung gesucht

Die Corona-Pandemie hat auch die Lernstube hart getroffen. Viele der Ehrenamtlichen sind schon älter und mussten nun Kontakte vermeiden. Die Kinder konnten nur noch in Einzelbetreuung und mit Maske unterrichtet werden. Mittlerweile hat sich wieder mehr Normalität eingestellt. Es kommen wieder viele Kinder, manche müssen leider weggeschickt werden, weil es nicht genügend Betreuerinnen und Betreuer gibt.

Vielleicht kann sich die Eine oder der Andere ja vorstellen, mitzumachen. Je mehr wir sind, desto mehr Kinder können kommen, desto individueller kann man auf die Kinder eingehen. Am Ende profitieren wir alle als Gesellschaft. „Es ist besser, ein Licht anzuzünden, als über die Dunkelheit zu klagen“, sagt Konfuzius.

Wer sich weiter informieren möchte, kann gerne Klaus und Munge Heitland unter (06192) 43269 kontaktieren oder meldet sich per mail bei lernstube.kriftel[at]gmail.com.